Verhaltensregeln/Etikette im Judo Sport

Was bedeutet Bushido (Budo)?

„DER WEG DES KRIEGERS“ umfasst alle Kampfkünste Japans. Ethik, Religion und Philosophie werden durch BUSHIDO zusammengefasst und auf direkte Weise vertieft. Im Mittelpunkt steht die geistige Bildung und Reflexion über das Wesen des Selbst mit der Frage: „Wer bin Ich?“.

DO bedeutet im Japanischen WEG, die Methode oder die Lehre, durch die man das Wesen seines Geistes und seines ICHS vollkommen verstehen kann. Das Schriftzeichen BU bedeutet eigentlich den Kampf anhalten und beenden. Im BUDO geht es schließlich darum seine „inneren“ Kämpfe zu beenden und den Frieden und die Meisterschaft über sich selbst zu finden, um  letzlich im Sinne des Ganzen positiv wirken zu können, da alle Handlungen eines Menschen im Zusammenhang mit seiner Umwelt stehen.

Was ist eigentlich Judo?

image0021Judo entstammt ursprünglich von den Samurai. Diese japanische Ritterkaste betrieb Jiu-Jitsu als waffenlose Selbstverteidigung. Im ausgehenden 19. Jahrhundert endeckte der japanische Student Kano Jigoro die in Vergessenheit geratene Kampfkunst und lernte bei verschiedenen Meistern. Aus den Techniken des Jiu-Jitsu und des Sumo entwickelte er ein eigenständiges „Zweikampfssystem“ indem er alle gefährlichen Techniken ausklammerte und ihm den Namen Ju (Sanft) Do (Weg) gab.

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Kano Jigoro – Begründer des Judo

Kano sah in Judo nicht nur eine sportliche Disziplin sondern vor allem auch ein Erziehungssystem zur Ausbildung der Persönlicheit. Bis zu seinem Tod war Kano Jigoro  „in Sachen Judo“ unterwegs und erreichte, daß Judo 1964 olympische Disziplin wurde. Heute gibt es sportliche Vergleiche von  den Kreis- bis hin zu Weltmeisterschaften. Ständig entwickelt der Wettkampf  auch neue Technikvarianten, dennoch bilden die  Techniken  und Maximen von Kano die Grundlage der Ausbildung und bei aller Theorie bleibt das Wichtigste „Bewegung und Miteinander“ auf der Judomatte.

 

 Wie wir die Leitsätze des Judo verstehen??

1. Gegenseitiges Helfen zu beiderseitigem Wohlergehen

Moralisches Prinzip

Die Übenden sind Partner und unterstützen sich wechselseitig beim Erlernen der Judotechniken. Der Partner ist immer aktiv am Lernen beteiligt, indem er sich vereinbarungsgemäß verhält. Beim Üben steht der Lernfortschritt beider und nicht die Überlegenheit des Einzelnen im Vordergrund.

2. Bester Einsatz von Körper und Geist

Technisches Prinzip

Man soll stets darum bemüht sein das Prinzip einer Technik zu erkennen, um diese bewußt zu üben. Gelingt eine Technik nicht und hat man sie ausgiebig geübt, so stellt man sie zurück. Keinesfalls soll man mit Gewalt an eine Technik herangehen. Man soll sich immer an den Gegebenheiten und dem momentanen Leistungsstand,  auch des Partners, orientieren. Letzteres gilt auch für den Übungskampf (Randori).

Diese Leitsätze versuchen wir in unseren Gruppen zu vermitteln und zu leben, was nicht immer einfach ist undauch nicht jeden Tag gleich gut gelingt!

Was bedeutet die Verbeugung zueinander vor Beginn des Übens oder des Kampfes??

image0011Bevor zwei Judoka miteinander Üben oder Kämpfen verbeugen sie sich voreinander. So bekunden Sie, daß Sie sich gegenseitig achten und sich an die Regeln des Judo halten. Sie versprechen sich also sich nicht absichtlich gegenseitig zu verletzen und die Bewertungen des Trainers oder Kampfrichters zu respektieren. Der Überlegene gestaltet seine Handlungen immer so, daß keine unnötige Gefahr für den Gegner oder Partner besteht. Im Wettkampf ist jedoch der Kampfrichter ausgleichende Instanz. Während im Wettkampf  selbstverständlich der Sieger ermittelt werden soll ist im Training der Lernfortschritt beider Judoka oberstes Ziel.

 

 Ziel und Sinn der Judoausbildung?

Angezogen von der Neugier einzutauchen in die Geheimnisse der Stärke der großen Budomeister kommen Kinder und Erwachsene zu den Budosportarten. Judo mit einer Bewegungsvielfalt und seiner sanften Lehre begeistert geradezu viele für ihre Umwelt empfindsame Menschen, um für sich selbst oder für die Kinder Hilfe auf dem Weg in einer immer aggresiveren Gesellschaft zu finden. Judo bietet schließlich für jeden Anspruch etwas, es verschafft den Judoka Gelegenheit ihren Spieltrieb auszuleben und durch sportliche Betätigung etwas gesünder zu leben. Durch ein ausgeklügeltes Gürtelsystem erarbeitet man sich Wissen und Fertigkeiten, die man in sich trägt und durch die Farbe des Gürtels sichtbar werden. Neben dem Training und den Prüfungen hat man die Möglichkeit bei Turnieren den Vergleich zu suchen. Reifere Judoka stetzen sich mit der „Kata“ auseinander und erleben wie wichtig es ist sich mit dem Übungspartner zu verständigen, ihm zu helfen, um eine gemeinsames Ziel zu erreichen. Wer nicht mehr „kämpft“ kann seine Erfahrungen als Übungsleiter oder als Kampfrichter einbringen und so mit dem Judo verbunden bleiben. Man schließt Freundschaften und Bekanntschaften  für eine Zeit oder fürs Leben und kann alle Bekannten am eigenen Leib verspüren. Judo bietet also eine Möglichkeit in der Auseinandersetzung mit sich und dem Gegenüber den eigenen Weg zu finden und auf ihm zu bleiben. Darüberhinaus fordert es dazu auf anderen dabei zu helfen, sofern sie sich helfen lassen.